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Was gehört auf eine Hochzeitseinladung?

Sieben Angaben sind Pflicht: eure Namen, das Datum, die Uhrzeit, der Ort, der Anlass, die Rückmeldefrist und wie man euch erreicht. Alles Weitere ist Zugabe.

Zuletzt geprüft am · 7 Minuten Lesezeit

Die meisten Einladungen scheitern nicht daran, dass etwas fehlt, sondern daran, dass zu viel drauf steht. Wer Anfahrt, Hotelliste, Dresscode, Geschenkewünsche und den kompletten Ablauf auf eine Karte quetscht, verliert die Gäste schon im zweiten Absatz. Deshalb hier zuerst das, was wirklich drauf muss, und danach das, was optional ist.

Die sieben Pflichtangaben

  1. Eure Namen

    Vornamen reichen, wenn alle Gäste euch kennen. Bei großen Hochzeiten mit entfernten Verwandten gehören die Nachnamen dazu. Wer zuerst genannt wird, ist Geschmackssache und nicht mehr geregelt.

  2. Das Datum, ausgeschrieben

    Also "Samstag, 12. Juni 2027" statt "12.06.27". Der Wochentag hilft beim Einordnen, und ausgeschriebene Monate lassen sich nicht verwechseln. Bei Gästen aus dem Ausland verhindert das außerdem den Klassiker, dass Tag und Monat vertauscht gelesen werden.

  3. Die Uhrzeit, und zwar welche

    Nicht nur "ab 15 Uhr", sondern wofür. Standesamt, Trauung, Empfang und Feier haben oft verschiedene Zeiten, und nicht jeder Gast ist zu allem eingeladen. Wer nur zur Feier kommt, muss das erkennen können, ohne nachzufragen.

  4. Der Ort mit vollständiger Adresse

    Name der Location plus Straße, Postleitzahl und Stadt. Der Name allein reicht nicht: Es gibt drei Gasthäuser "Zur Krone" im Umkreis von dreißig Kilometern. Bei zwei Orten, etwa Standesamt und Feier, beide vollständig.

  5. Der Anlass

    Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Feiert ihr die standesamtliche Trauung, die kirchliche, die freie Zeremonie oder nur die Party danach? Gäste planen ihre Kleidung und ihren Tag danach.

  6. Die Rückmeldefrist mit Datum

    Ohne konkretes Datum antwortet niemand. "Bitte gebt uns bis zum 30. April Bescheid" wirkt, "Bitte meldet euch bald" nicht. Setzt die Frist so, dass zwischen ihr und der Hochzeit noch drei bis vier Wochen liegen.

  7. Wie man euch erreicht

    Eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse oder bei einer digitalen Einladung der Rückmeldeknopf. Wichtig ist, dass es genau einen Weg gibt. Drei Kanäle bedeuten drei Orte, an denen ihr Zusagen zusammensuchen müsst.

Was optional dazugehört

  • Dresscode, wenn ihr einen wollt. Formulierungen wie "festlich" sind zu vage, "dunkler Anzug, langes Kleid" ist eindeutig.
  • Anfahrt und Parken, vor allem wenn die Location schwer zu finden ist oder Parkplätze knapp sind.
  • Übernachtung mit zwei oder drei Vorschlägen und dem Hinweis, ob ihr ein Zimmerkontingent reserviert habt.
  • Geschenkewünsche, aber dezent und nie auf der Vorderseite.
  • Der Ablauf des Tages, wenn er ungewöhnlich ist, etwa bei mehrtägigen Feiern.
  • Hinweise zu Kindern: ob sie willkommen sind, gehört klar gesagt, sonst fragt jede Familie einzeln nach.

Was ihr weglassen könnt

Lange Gedichte, ausführliche Liebesgeschichten und Erklärungen, warum ihr genau diese Location gewählt habt: Das interessiert eure Gäste an dem Tag, an dem sie die Einladung öffnen, noch nicht. Es interessiert sie später, auf der Feier oder auf einer eigenen Seite. Auf der Einladung kostet es nur Aufmerksamkeit, die den wichtigen Angaben fehlt.

Genauso überflüssig: die Bitte, das Datum freizuhalten, wenn ihr ohnehin schon ein Save the Date verschickt habt. Und Formulierungen wie "Wir würden uns freuen, wenn ihr kommen könntet". Ihr ladet ein, das ist die Freude. Ein klares "Wir heiraten und möchten, dass ihr dabei seid" ist wärmer als jeder Konjunktiv.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Von oben nach unten: erst der Anlass in einem kurzen Satz, dann eure Namen groß, dann Datum und Uhrzeit, dann der Ort. Danach erst die Rückmeldefrist und ganz unten alles Weitere. Wer nur die obere Hälfte liest, hat trotzdem das Wichtigste.

Zwei Sprachen auf einer Einladung

Wenn die Familien verschiedene Sprachen sprechen, gibt es drei Wege. Beide Sprachen nebeneinander auf einer Karte: funktioniert bei kurzen Texten, wird bei längeren unruhig. Zwei getrennte Auflagen: sauber, aber ihr müsst vorher wissen, wer welche bekommt, und bei gemischten Familien geht das schief.

Der dritte Weg ist digital: eine Einladung, ein Link, und jeder Gast schaltet oben selbst um. Das löst auch den Fall, den die anderen beiden nicht lösen, nämlich wenn in einer Familie die Großeltern eine andere Sprache lesen als die Enkel.

Die häufigsten Fehler

  1. Keine Jahreszahl

    Passiert öfter, als man denkt. Wer die Einladung neun Monate vorher bekommt und im Januar aufräumt, weiß nicht mehr, ob der 12. Juni dieses oder nächstes Jahr gemeint ist.

  2. Uhrzeit ohne Bezug

    "Ab 14 Uhr" bei einer Trauung um 15 Uhr führt dazu, dass die Hälfte der Gäste zu spät kommt, weil sie 14 Uhr für den Empfang hielt. Schreibt dazu, was um welche Zeit passiert.

  3. Rückmeldung an mehrere Stellen

    Wenn Telefonnummer, E-Mail und WhatsApp draufstehen, kommen die Zusagen über alle drei. Am Ende sitzt ihr mit drei Listen da und wisst nicht, ob Tante Gül schon geantwortet hat.

  4. Adresse ohne Postleitzahl

    Navigationsgeräte finden vieles, aber nicht "Gut Sonnenhof" ohne weitere Angabe. Die vollständige Adresse gehört drauf, auch wenn alle den Ort zu kennen glauben.

Kurz zusammengefasst

  • Sieben Pflichtangaben: Namen, Datum, Uhrzeit, Ort, Anlass, Frist, Kontakt.
  • Datum ausgeschrieben, Ort mit vollständiger Adresse, Uhrzeit mit Bezug.
  • Genau ein Rückmeldeweg, nicht drei.
  • Alles Weitere nach unten oder auf eine eigene Seite.
  • Der Zwanzig-Sekunden-Test entscheidet, ob sie funktioniert.